Woher kommen die Fische im Lorrainebad?

Immer wieder fragen sich BesucherInnen, was es mit den Fischen im Lorrainebad-Becken auf sich hat.

Wohl auch, weil sie ab und zu ein Pommes Frites erschnappen!

Seit dem Bau des Lorrainebades Ende des 19. Jahrhunderts tummeln sich allerhand Fische im Schwimmbecken. Am Anfang wurde das Schwimmbecken mit Aarewasser gespiesen, so dass zahlreiche Fische ihren Weg in den ruhigen Hafen fanden. In den 40er-Jahren musste das Schulbaden im Lorrainebad wegen dem damals stark verunreinigten Aarewasser vorübergehend aufgegeben werden. Zur Speisung der beiden Badebecken wurde deshalb 1949 ein Schacht von 7,5 m Tiefe abgeteuft. Der Einlauf des Wassers in das Becken ist gut sichtbar oberirdisch angebracht und das Schwimmbecken wird so mit sauberem Grundwasser gespiesen.

Seither schlüpfen die Fische über den, am Ende des Beckens angebrachten Schieber von der Aare in die Badi. Wenn sich infolge Westwinds einiges an Laub und Oberflächendreck beim Schieber ansammelt und dieser dann eine gewisse Zeit geöffnet bleibt, finden die aareaufwärts schwimmenden Fische den Eingang ins Lorrainebad recht einfach. Aber auch Enten können den Fischbestand beeinflussen, indem sie am Schnabel und am Gefieder hängengebliebenen Fischlaich „einfliegen“. Und natürlich vermehren sich die im Becken lebenden Fische auf natürliche Art, das sei ihnen gegönnt! Zu früheren Zeiten erteilte das kantonale Fischereiamt sogar eine Pacht zum Fischen im Lorrainebad. Vom Pächter ausgesetzte „Regenbögeler“ (Zucht-Forellen) hatten aber ein kurzes Leben: Praktisch über Nacht drangen „böse Fischer-Buben“ ein und fischten den Teich praktisch leer. Seither gilt: Fischen verboten. Es gibt Spiegel- und/oder Schuppenkarpfen. Da müsste man noch genauer hinschauen….! Sie werden gut und gerne 40 Jahre alt und geniessen das ruhige, schlammige Gewässer. Es gibt Ruchfische, Ischer, Röteli, kleine Egli und Hechte (die sich punkto Grösse an den eingeschränkten Lebensraum im Schwimmbecken anpassen).

Wer die Hechte (sie können 20-30 Jahre alt werden) sehen will, muss am besten frühmorgens im hinteren Teil des Beckens wachsam Ausschau halten. Oder aber abends, wenn sie sich wieder aktiver um Futter kümmern und die kleinen Fische jagen gehen. Den Menschen geht der Hecht aus dem Weg. Einmal im Becken bleiben die Fische drin, ein Rausschwimmen ist praktisch unmöglich. Es gibt keine explizite Betreuung der Tiere, sie passen sich den (engen) Gegebenheiten an und sind den Brotkrumen, die die Gäste vom Lorraine Restaurant spendieren nicht abgeneigt. Das Überleben im Winter, wenn das Schwimmbecken gefroren ist, stellt ebenfalls kein Problem dar. Die Fische brauchen weniger Futter, da sie weniger aktiv sind. Sie ernähren sich von Insektenlarven, kleinen Krebsen, Würmern, Schnecken oder Muscheln, die am Grund oder am Beckenrand leben.

 

Seegras und Wasserzufuhr
Viele BadibesucherInnen finden das wuchernde Seegras etwas speziell und wundern sich, dass es nichtlaufend zurückgeschnitten wird. Die im Becken lebenden Fische oder die zu Gast weilenden Enten liebendas Gras und für Schwimmer Innen ist es absolut ungefährlich. Das Seegras im Naturbecken wird in der Regel jedes Jahr im Rahmen der Aare-Absenkung für die Revision des Stauwehrs durch eine Tauchergruppeder Sanitätspolizei vor Saisonbeginn mit einem Rasenrechen entfernt resp. zurückgeschnitten. Der Rechenwird am Grund des Beckens angesetzt und quer durch das Becken gezogen.

Das Seegras wächst aber sehr schnell nach und ist daher bei Saisonbeginn bereits wieder gut sichtbar.Würde das Seegras während des Badebetriebs geschnitten, gäbe es während gut eines Monats eine starkeTrübung des Wassers. Diese Trübung wäre aber ein Problem für die Badeaufsicht – man würde nicht mehrsehen können, wenn eine Person im Becken in Not oder gar am Ertrinken ist und absinkt. Das Sportamtgewichtet die Sicherheit der Badegäste höher als das Schwimmen im Naturbad mit Wasserpflanzen unddaher wird während der Badesaison auf einen weiteren Seegras-Schnitt verzichtet.

Die Wasserspeisung des Naturbeckens erfolgt über zwei Zugänge: Zum einen über eine Schleuse am unteren Teil des Badebeckens, die direkt mit der Aare verbunden ist. Diese Schleuse ist zuständig für die Regelung des Wasserstandes. So kann sichergestellt werden, dass der Wasserstand im Schwimmerbecken gleich hoch ist wie in der Aare. Ist der Wasserstand etwas tiefer, sieht man das Seegras auch besser. Zum anderen fliesst Frischwasser (Grundwasser-Quelle) über einen Wasserkanal direkt in den Nichtschwimmerbereich. Der offene Teil dieses Kanals, eine Art kurzer Bach, ist vor allem bei den Kindern beliebt zum Planschen und Wasser-Stauen.

 

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